Ratgeber · Video-Strategie
Recruiting-Video oder Imagefilm — was brauchen Sie?
Die kurze Antwort: Es hängt davon ab, wen Sie erreichen wollen. Ein Recruiting-Video spricht künftige Mitarbeitende an, ein Imagefilm Ihre Kunden. Wer das verwechselt, produziert am Ziel vorbei — und wundert sich hinterher, dass „das Video nichts bringt“.
Im Erstgespräch stelle ich deshalb immer dieselbe Frage: Was wollen Sie erreichen — worauf soll das Video einzahlen? Erst danach entscheidet sich das Format, und dazu gehört auch der Blick auf die Kennzahlen, an denen sich der Erfolg später messen lässt. Dieser Artikel ist die ausführliche Version dieser Antwort — mit einem echten Fall aus dem Online-Handel.
Format 1
Das Recruiting-Video: für die, die bei Ihnen arbeiten sollen
Ein Recruiting-Video hat eine klare Aufgabe: Mitarbeitergewinnung und Employer Branding. Es zeigt weniger Ihre Dienstleistungen als Ihre Menschen — das Team vor der Kamera, echte O-Töne. Wir zeigen einfach, wie es ist, bei Ihnen zu arbeiten.
Die Machart ist bewusst authentisch statt hochpoliert: keine Produktion, bei der nirgends Staub liegen darf, keine gestellten Szenen. Der größte Fallstrick beim Employer Branding ist, nicht authentisch zu sein — das merken Menschen in Zeiten von KI und Social Media immer schneller, und sie reagieren allergisch darauf. Authentizität ist hier keine Stilfrage, sondern der Wirkmechanismus.
Zur Ehrlichkeit gehört auch: Ein Recruiting-Video kann einiges nicht — Bewerberzahlen garantieren zum Beispiel. Was es nicht kann, steht in einem eigenen Artikel.
Format 2
Der Imagefilm: für die, die bei Ihnen kaufen sollen
Der Imagefilm ist das richtige Werkzeug, wenn Sie Leistungen zeigen wollen: als Aushängeschild für Messen, zur Vorstellung bei Neukunden, um erklärungsbedürftige Produkte verständlich zu machen. Die Machart ist polierter und extravaganter als beim Recruiting-Video — etwa mit Sprecher und sehr aufgeräumten, sauberen Aufnahmen. Ihr Team darf vorkommen, aber der Augenmerk liegt auf Leistung und Kaufargumenten. Immer mit einem individuellen Konzept, das genau auf das Ziel ausgerichtet ist.
Eines vorweg, weil die Anfrage so oft kommt: „Wir brauchen ein Imagevideo, damit wir uns auf der Website vorstellen können“ — das allein hat keinen Business-Nutzen. Wer sieht das? Sie selbst, vielleicht. Der Imagefilm als Selbstzweck, der einfach auf der Startseite liegt, ist tot. Das heißt nicht, dass Sie keinen brauchen — es heißt, dass er ein konkretes Ziel braucht: Vertrauen aufbauen, erklären, verkaufen. Ein Film muss von Sekunde eins auf dieses Ziel einzahlen.
Was das kostet, steht transparent im Artikel Was kostet ein Imagefilm?
Ein Fall aus der Praxis
Vom diffusen Wunsch zum messbaren Ergebnis
Ein Beispiel dafür, wie aus der falschen Frage die richtige wird: Ein Online-Händler — Hersteller in einer Nische — kam mit dem Klassiker „Wir brauchen einen Imagefilm“. Auf die Frage, was der Film erreichen soll, wurde es konkret: Im Online-Handel sind Sie anonym. Ihre Kunden kaufen bei Menschen, zu denen sie kein Gesicht haben.
Also haben wir gemeinsam ein Imagefilm-Konzept entwickelt, das konsequent mit den Personen hinter dem Shop arbeitet — in einer Nische, in der kein anderer Hersteller seine Produktion, seine Gesichter oder das Team hinter dem Versand zeigte. Aus „Ich brauche einen Imagefilm“ wurde das echte Ziel: ein Film, der potenziellen Käufern zeigt, wer hinter dem Unternehmen steht — dass es vertrauenswürdig ist und lange Erfahrung mit dem hat, was es tut.
Das Ergebnis: eine spürbar persönlichere Verbindung zur Kundschaft — die Zahlen stiegen um 20 Prozent, und aus dem Projekt ist eine Zusammenarbeit geworden, die inzwischen seit zwei Jahren läuft.
Aus der Praxis
Der größte Fallstrick beim Employer Branding ist es, nicht authentisch zu sein — das merken die Leute immer schneller und reagieren darauf sehr allergisch.
Aus einem echten Projekt
Enoplan
Ingenieurgesellschaft für Energiedienstleistungen · Bruchsal
Problem Enoplan bietet erklärungsbedürftige Energiedienstleistungen — genau der Fall, in dem das Imagefilm-Format seine Stärke ausspielt: komplexe Leistung, verständlich erzählt.
Umsetzung Entstanden sind ein Vorstellungsvideo einer neuen Plattform zur Kundengewinnung und ein Weihnachtsvideo zur Kundenbindung — technische Substanz, menschlich erzählt.
Ergebnis Bewegtbild, das eine neue Plattform erklärt, neue Kunden anspricht und die Bindung zu bestehenden stärkt — Ziele, für die ein Recruiting-Video das falsche Werkzeug gewesen wäre.
Häufige Fragen
Die Formatwahl — kurz beantwortet
Geht beides in einem Video?
Davon rate ich in fast allen Fällen ab. Bewerber und Kunden achten auf unterschiedliche Dinge — ein Film, der beide gleichzeitig ansprechen will, zahlt auf keines der Ziele voll ein. Von Sekunde eins muss klar sein, für wen der Film gemacht ist.
Was kostet der Unterschied?
Recruiting-Formate beginnen bei 2.800 € (Reels) bzw. 3.500 € (Mitarbeiter-Story), der klassische Imagefilm bei 3.900 €. Alle Pakete stehen auf der Preisseite, die Preistreiber im Artikel Was kostet ein Imagefilm?
Woran erkenne ich, welches Format ich brauche?
An einer einzigen Frage: Wen soll das Video überzeugen? Sollen sich passende Menschen bewerben → Recruiting-Video. Sollen Kunden verstehen, vertrauen oder kaufen → Imagefilm. Lautet die Antwort „beides“, klären wir im Kennenlerngespräch, was zuerst dran ist.
Wie messe ich, ob das Video funktioniert?
Das Ziel bestimmt die Kennzahl — deshalb schauen wir schon im Erstgespräch, mit welchen KPIs sich der Erfolg messen und nachsteuern lässt: beim Imagefilm etwa Anfragen oder Verkäufe, beim Recruiting-Video die Passung der Bewerbungen.
Ihr Imagefilm, durchdacht geplant.
Die sieben Entscheidungen, die über die Wirkung Ihres Imagefilms bestimmen — als Leitfaden zum Ausfüllen, bevor Sie mit einem Videografen sprechen. Kein Formular, keine Anmeldung.
Entscheidungshilfe
Unsicher, welches Format? Fragen Sie einfach.
Im kostenlosen Kennenlerngespräch klären wir in 30 Minuten, worauf Ihr Video einzahlen soll — und ich sage Ihnen ehrlich, welches Format das erreicht.